Fortsetzung: ;-) (BORUSSEN)

Elm, Mittwoch, 14.09.2022, 12:19 ( vor 11 Tagen ) @ Elm
bearbeitet von Elm, Mittwoch, 14.09.2022, 12:32

Im Juni redet RB zum ersten Mal davon, die "1a-Lösung" für den Posten des Sportdirektor gefunden zu haben. Jemandem, mit dem man sich schon länger einig war, von dessen Verpflichtung man aber erst wieder Abstand genommen hat, weil man keine hohe Ablöse zahlen wollte (10 Mio.?). Die Sache werde aber jetzt ab Herbst möglich.
Gleichzeitig betont Mintzlaff bei Sky, dass Eberl ja im Mai noch abgesagt hatte, er aber hartnäckig geblieben ist, obwohl die Tür nicht mal einen Spalt offen war. Druck auf jemanden ausüben, der wenige Monate vorher seinen Job hingeworfen hat? Wegen eines Erschöpfungssyndroms (oder was auch immer)? Sollte eigentlich kontraproduktiv sein, war es aber offenbar nicht. Parallel dazu reißt der Kontakt zwischen Eberl und der Tulpe laut Tulpe nie ab. Lockeres Treffen im Sommer, Leipzig natürlich kein Thema. Oder doch? Beide halten große Stücke aufeinander, trotz des tränenreichen und enttäuschenden Abgangs der Tulpe. Puh, da gehört schon viel Fantasie und wenig Fanherz dazu.

Jedenfalls liegen so viele Puzzlestücke auf dem Tisch, von denen sicher nicht alle passen. Aber wenn nur ein größerer Teil passt, entsteht daraus ein sehr unappetitliches Bild, was letztlich etwas anderes zeigt als das, was uns zu verkaufen versucht wurde. Halt ein "Schauspiel". Man braucht aber wiederum nicht sonderlich viel Fantasie und erst recht kein Fanherz, um sich vorzustellen, wie diese Puzzleteile alle zusammenpassen könnten. Und das sieht für mich so aus (Achtung, Spekulation):

Eberl stand sportlich in der Sackgasse. Die Sache mit Rose ging unterm Strich schief. Die Sache mit Hütter auch (und damit die von Eberl angestrebte sportliche Neuausrichtung des Kaders), weil Eberl den Transfermarkt komplett falsch einschätzte. Rückhalt hatte er immer weniger, auch wegen seiner Alleingänge (Festhalten an Rose). Dazu die causa Sendrina Schaller.
Er wollte eine grundsätzliche Neuausrichtung des Vereins, Stichwort Börsengang oder Anteilsverkauf, um die Lücke nach oben schließen zu können. So hat es Hütter ja auch schonmal verlauten lassen bzgl. der Versprechungen von Eberl ihm gegenüber im Zuge seiner Verpflichtung. Wurde vom Präsdium abgelehnt. Eberl sah sich am Endes seines Weges in Mönchengladbach und wollte raus. RB bekam Wind von der Sache und bot ihm eine Alternative an, die Eberl womöglich mehr und schneller zusagte, als uns vielleicht lieb ist.
Aber Borussia wollte ihn nicht ziehen lassen, Eberl wollte aber partout nicht mehr für Borussia weitermachen. PK im Januar. Credo: Eberl ist fertig mit der Welt. Und lässt sich freistellen.
Ein paar Monate lang beruhigt sich alles, dann wird RB ungeduldig, weil seit April kein SpoDi vorhanden ist. Krösche wurde freigstellt. Eberl war ein Einstieg bei RB im Sommer, um die neue Transferperiode bereits abzuwickeln, aber zu früh. Nicht gesundheitlich, wegen seiner Glaubwürdigkeit. Also: alles ein bisschen in den Spätsommer/Herbst verschieben. Start dann während oder nach der WM. Bis dahin legt man sich was gutes parat, warum Eberl doch wieder ins Geschäft einsteigt. Man erwartet ein paar Tage oder zwei bis drei Wochen medialen Gegenwind, dann geht alles seinen gewohnten Gang.

Was wäre die Alternative gewesen? Ehrlichkeit! Zwingen konnte man Eberl nicht, bei Borussia weiterzumachen. Ehrlich zu sein hätte bedeutet, dass man eine wohl überlegte PK gemacht hätte und deutlich gemacht hätte, dass es intern große Differenzen über die zukünftige Ausrichtung Borussias gibt. Dass Eberl sich am Ende seines sportlichen Weges in Mönchengladbach sieht und mittlerweile auch den Wunsch hegt, nach über 20 Jahren Borussia eine neue, attraktivere Aufgabe anzufangen.

Und ja, das hätte weh getan. Richtig sogar. Und ja, das hätte wiederum Fragen aufgeworfen, die man aber ehrlich und aufrichtig hätte beantworten können. Die Wahrheit tut manchmal weh, aber mit der Wahrheit kann man letztlich immer am besten umgehen. Alles, was jetzt so im luftleeren Raum schwebt, was Anlass für Spekulationen gibt, schadet allen. Vor allem schadet es Eberls Ansehen und es schürt massive Unruhe. Aus dem Gesichtspunkt war der offene Brief des FP vielleicht sogar kontraproduktiv. Aber irgendwann ist auf dem Kessel so viel Druck, dass er platzt. Und dass da so viel Druck drauf ist, haben andere zu verantworten. Andere - außerhalb von Mönchengladbach.

Gruß,
Elm


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