Kaderwert -43 Mio. unter Virkus (BORUSSEN)

Kulik, Freitag, 27.03.2026, 13:27 ( vor 3 Stunden, 11 Minuten ) @ Vengo
bearbeitet von Kulik, Freitag, 27.03.2026, 13:33

Unter Virkus hatten wir Transferausgaben von rund 79 Millionen Euro und Einnahmen von rund 95 Millionen. Die Gehälter dürften sich auch nicht zu denen, die schon unter Eberl gezahlt werden, erhöht haben. Eher das Gegenteil: Embolo, Sommer, Ginter, Hofmann, Wolf, Bensebaini, Stindl, Thuram, Plea, Weigl von der Liste. Nur aus diesem Grund waren Transfers überhaupt möglich.

In dieser Zeit hat Virkus zwar auf dem Papier einen Transferüberschuss von knapp 16 Mio. erzielt, gleichzeitig ist aber unser Kaderwert seitdem um 43 Mio. gesunken. Während bis auf bei Wolfsburg und Union bei allen (!) anderen Bundesligavereinen die Marktwerte in diesem Zeitraum gestiegen sind.

Wenn ich fünf guterhaltene Porsche 993 verkaufe und damit in Summe 150.000 Euro erlöse und danach acht gebrauchte Dacia Duster für zusammen 120.000 Euro einkaufe, habe ich unter dem Strich auch Plus gemacht. Aber ein wirklich guter Auto-Dealer bin ich dann doch nicht wirklich?!


Nehme ich mal 3 Vereine "unseres Levels". Freiburg hat in der Zeit ca. 76, Mainz rund 64, Augsburg rund 69 Millionen an Transferausgaben gehabt. In dieser Kategorie haben wir uns also bewegt.

Entscheidend sind ja nicht die Ausgaben der Vereine, sondern die Transfersalden. In dem Zeitraum hat Virkus einen Transferüberschuss von summiert 16 Mio. erzielt, aber Freiburg und Augsburg liegen bei je 33 Mio. und Mainz gar bei 51 Mio. im Plus. In Relation haben die von Dir genannten Vereine also doppelt oder mehr als dreifach so gut gewirtschaftet wie Virkus.

On top haben die von Dir aufgeführten Vereine den Kaderwert in der Zeit nicht um 43 Mio. wie Virkus massiv verringert, sondern ihn um 22 Mio. (M05), 27 Mio. (SCF) und 39 Mio. (FCA) erhöht.


Also wie kommst du auf "signifikante Mittel", die freigegeben wurden? Es mussten immer erst Spieler gehen. Schippers und dann auch Stegemann haben doch wohl eher noch gebremst, den Transferüberschuss und die Einsparungen bei Gehältern (hoffentlich) zur finanziellen Konsolidierung genutzt.

Wir haben das ja neulich schon mal diskutiert, warum Bolin nicht direkt verpflichtet worden ist für 2 Mio., wenn doch im Sommer einiges an Kohle für Machino, Reyna etc. da gewesen ist. Im Podcast sagt Schröder ganz klar „Wir hatten das Geld nicht!" Und deshalb mussten sie ein Optionsmodell wählen, das jetzt erst zur Verpflichtung geführt hat.

Man darf bei der ganzen Geschichte auch folgendes nicht vergessen: Es gab ja auch teure Trainer-Missgriffe, die abgefunden werden mussten. Es gab teure Vertragsverlängerungen, die dann entweder ebenfalls abgefunden werden mussten (Kramer) oder nie den sportlichen Gegenwert für 4 Mio. hatten wie Neuhaus. All' dies hat finanziell ja auch massiv Spuren hinterlassen.

Gleichzeitig führten die zu wenigen guten Entscheidungen (Kleindienst, Castrop, Hack, Diks u.a.) und zu vielen, nennen wir sie „unglücklichen" Entscheidungen (Hütter-Entlassung, Farke- und Seoane-Verpflichtung, Schmadtke-Installierung, Cvancara, Ngoumou, Fraulo u.a.) ja unter dem Strich auch dazu, dass wir in den Virkus-Jahren mit deutlich weniger Fernsehgeldern (am Ende der Saison wird es so um die 20 Mio. p.a. weniger geschätzt sein im Vergleich zur Zeit seines Antritts), also haben auch die „ja, soweit kann man den einzelnen Transfer schon okay finden bzw. irgendwie begründen"-Verpflichtungen wie Weigl, Omlin, Honorat, Itakura usw. am Ende ja nicht dazu beitragen können, diesen sportlichen Niedergang (der sich eben in den immer niedrigeren TV-Einnahmen widerspiegelt) aufzuhalten.

Aber dass selbst die chronisch unfähigen Wolfsburger in dem Zeitraum der Virkus-Ära ihren Kader nur um 2 Mio. herunterwirtschaften, während wir da 43 Mio. verlieren – und ergo immer weniger Substanz haben, die wir veräußern können. Dass unsere Fernsehgelder drastisch einbrechen wegen der sportlichen Ergebnisse. Dass wir teure Abfindungen für Trainer und Spieler zahlen. Dass wir Gehälter zahlen, über selbst die Spieler sich in besoffenem Zustand kaputt lachen - all' das wußte man doch!

Es geht mir auch gar nicht um die Schallplatte zu Virkus, sonst müsste man ja auch Dinge einbeziehen, wie viel besser es bspw. seit seinem Weggang im NLZ unter Sandmöller läuft was die Talent-Entwicklung betrifft. Im Zuge des aktuellen Podcasts mit Schröder frage ich mich einfach: Wie kann es sein, dass Virkus noch so viel Kohle zum Ausgeben bewilligt worden ist, wenn im Winter nicht mal mehr 2 Mio. für Bolin bezahlt werden konnten und dem Verein nach den Aussagen von Schröder anscheinend finanziell extreme Daumenschrauben angelegt sind? Auch wenn es im Sommer natürlich einen Transferüberschuss gegeben hat, heißt das ja nicht automatisch, dass ein finanziell stark unter Druck stehender Verein diese Mittel freigibt für irgendwelche Glücksritter-Aktionen wie die von Virkus.

Das ist ja nicht die Frage an Virkus, sondern an diejenigen, die das durchgewunken haben.


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