Und mich stört der Spruch "alle über einen Kamm scheren" (BORUSSEN)

Böki, Dortmund, Freitag, 28.11.2025, 12:32 ( vor 88 Tagen ) @ KuchtussKöln
bearbeitet von Böki, Freitag, 28.11.2025, 12:43

weil er (nicht jetzt persönlich auf dich gemünzt) all so oft von irgendwem unreflektiert rausgehauen wird. Das führt genau in das Elend dieses Landes, keiner traut sich überhaupt noch Dinge zu benennen, weil er damit ja so flott unter Verdacht gerät bestimmte Gruppen zu stigmatisieren. Die Folge: Probleme werden nicht mehr adressiert und eben auch nicht gelöst.

Seit 2015 (man erinnere sich an den Übergriff gegen Frauen am HBF in Köln) steigen die Zahlen an Bahnhöfen was sexuelle Übergriffe angeht massiv. In Dortmund vom letzten zu diesem Jahr um 20%. Das ist eine Folge dessen, dass damals nicht eingegriffen wurde, weil die Politik (Polizeipräsidenten sind im Prinzip ja auch Politiker) das Thema nicht auf der Agenda haben wollte. Auch in Folgezeit wurde der Zusammenhang negiert, dass es da ein Problem geben könnte. Die Angst als fremdenfeindlich zu gelten, hat den klaren Blick damals vernebelt, man war dann halt lieber frauenfeindlich, sah das als geringeres Übel. Jetzt hat man das Thema aber eben doch an allen HBFs in Deutschland aus direkter Folge damaliger Unterlassung. Hätte man damals Klartext gesprochen und gehandelt, wir hätten heutige Probleme in diesem Maße nicht.

Es gilt einfach Beides: von oben herab kann entwürdigen, aber genauso kann Dinge nicht mehr klar benennen entwürdigen!
Das ist unsere Aufgabe hier ein gutes miteinander in Diskussionen zu finden.

Zum Thema Mieter. Uns (als familiäre Immobiliengesellschaft) kostet gerade eine Mieterin ca. 25.000,- € ... und ich behaupte dies ist genau so ein Fall, der so unnötig ist, der Folge dessen ist, dass das Mieterrecht nur immer einseitig weiter gestärkt wurde. Negiert wurde, dass es besagte 20% Mieter gibt, vor denen man Mitmieter und Vermieter schützen muss. So jemand kann dich als Vermieter ruinieren, als Vermieter wirst du sogar Kriminelle, die eine Bedrohung für die anderen Mieter sind, nur über einen ewig langen Weg los. Ich habe ab der Zahl 30 aufgehört die Polizeieinsätze zu zählen. Manch Polizist schmunzelt mitleidig seine Wache arbeitet exklusiv nur noch für uns. Ja ich kann darüber lachen, das ist ja nur Geld (womit ich nicht arrogant wirken möchte, ich meine das im Sinne einer werteorientierten Betrachtung). Für die anderen Mieter bedeutet es das große Leid und am Ende weniger Wohnqualität, denn das Geld fehlt ja nun für die Weiterentwicklung der Immobilie, möglicherweise muss man die Mieten auch anpassen. Bislang sind wir aus sozialer Verantwortung immer weit weit weit unter dem Möglichen geblieben, dafür wirst aber indirekt abgestraft. Ja gut, dafür können aber die anderen Mieter ja nix. Am schlimmsten wiegt eben für diese Mitbewohner in dem Haus fast ein Jahr so schutzlos gelebt zu haben. Wir können unsern Mietern ja nicht 24/7 Security finanzieren.

Und genau für solche Fälle gibt es keine angemessenen Lösungen, weil man ja nicht alle über einen Kamm scheren kann. Weil es politische Kräfte gibt, die erwarten, dass solche Leute mitgezogen werden und sie deshalb vom Gesetz massiv geschützt werden. Die Wohnungslosigkeit des einen wird höher gewichtet als so massives Leid von über 20 Personen. Ich bin sehr für Menschenrechte, aber da stimmt was nicht, vieles nicht. Wir müssen wieder als Gesellschaft Wege finden über sowas miteinander sprechen zu können, sachlich ohne direkte gegenseitige Vorwürfe. Das Land wird sonst nur noch dysfunktionaler und dysfunktionaler.

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hauptsache fussek - egal welche liga. und immer ein frischgezapftes in der jackentasche
Ein Hoch auf das ZirkusTheaterFussekShowbiz!


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