Klopp:... (BORUSSEN)

Vengo, Berlin Kreuzberg, Samstag, 04.07.2026, 07:01 ( vor 2 Stunden, 41 Minuten ) @ Speedrich

.... Er soll es nun also richten.
Aber: Die romantische Vorstellung, der Sympathieträger Jürgen Klopp trete jetzt an, um den deutschen Fußball mit Euphorie, Elan und Empathie aus seinem Jammertal zu führen, ist naiv. Hinter dem strahlenden Lachen des Kulttrainers blitzt eine Skrupellosigkeit auf, die dem DFB nützen kann, aber auch Gefahren birgt. Denn Klopp ist nicht nur der Sonnyboy, den er gerne gibt. Er ist auch eine Ich-AG, die ihre öffentliche Wirkung zu nutzen weiß.
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Klopps Image als bodenständiger Idealist, dessen Herz nur für Fußball schlägt, hat zuletzt stark gelitten. Einige Fußballfans werden ihm nie verzeihen, dass er die Trainerbänke der Traditionsklubs BVB und Liverpool gegen einen gemütlichen Chefsessel beim Limo-Multi Red Bull eingetauscht hat. Red Bull steht für alles, was "echte" Fußballfans hassen: Business, Kommerz und Marketing. Brause statt BVB, Lifestyle statt Liverpool – hört man Fußballvolkes Stimme, hat Klopp damit seinen guten Namen, wenn nicht gar seine Seele verkauft. Für viel Geld: Zehn Millionen Euro verdient er bei Red Bull angeblich im Jahr.
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Die Erfolge des hoch dotierten Engagements sind dabei bislang überschaubar. Ja, RB Leipzig spielt in der kommenden Saison wieder in der Champions League, aber nach wie vor nicht in einer Liga mit den großen Münchner Bayern. Weitere Werksvereine in Salzburg, Paris, New York, Leeds oder im brasilianischen Bragantino spielen zwar erstklassig und mausern sich zum Guten, aber die Titelsammlung der Red-Bull-Klubs ist noch überschaubar. Konzernintern soll Klopp inzwischen alles andere als unumstritten sein, auch wenn die Red-Bull-Chefetage das bestreitet. Jedenfalls hat sie seinem Flirt mit dem DFB bislang kein Stoppschild vor die Nase gesetzt.
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Schlimmer noch: Sein Führungsstil bei Red Bull hat untermauert, was Fußballexperten schon länger raunten. Klopp ist kein Chef, wie ihn sich Arbeitnehmer wünschen. Bei RB Leipzig soll er monatelang den tapferen, aber farblosen Übungsleiter Ole Werner durch ungefragte Ratschläge demontiert haben. Werner flog vor zwei Wochen raus – Red-Bull-Chef Klopp hatte ihm buchstäblich Flügel verliehen.
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Dass Klopp Mitarbeiter nicht nur anzünden, sondern auch verbrennen kann, musste schon sein langjähriger Co-Trainer Zeljko Buvac schmerzlich erfahren. Buvac hatte Klopp bei Mainz 05, in Dortmund und bei den Liverpooler "Reds" als Assistent auf dem Trainingsplatz den Rücken freigehalten. Als in Liverpool mit dem Niederländer Pepijn Lijnders ein anderer Co-Trainer wichtiger für Klopp wurde, zog sich Buvac zurück. Klopp ließ das geschehen – nach 17 gemeinsamen Jahren. Buvac macht bis heute keinen Hehl daraus, wie enttäuscht er von Klopp war und ist.

Und auch der scheidende Julian Nagelsmann hat erfahren, wie gnadenlos Klopp sein kann. Wer die WM 2026 bei MagentaTV verfolgte, wurde Zeuge davon, wie Klopp Nagelsmann regelmäßig anschoss.
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Jürgen Klopp ist also weder nur der idealistische Fußballromantiker noch der empathische Menschenfreund, als der er gerne gesehen wird. Spätestens beim ersten Misserfolg beim Wiederaufbau der Ruine "Nationalmannschaft" wird ihm das hart auf die Füße fallen. Andererseits: Mit flotten Sprüchen und strahlendem Lächeln allein wird das Team nicht wieder auf Kurs zu bringen sein. Und wenn Klopp, möglicherweise als mächtigster Bundestrainer der Geschichte, den ganzen DFB radikal umstrukturieren will (und das sollte er), wird ihm seine Skrupellosigkeit nützlich sein. Mit Samthandschuhen schneidet man keine alten Zöpfe ab.

... https://www.t-online.de/sport/fussball/wm/id_101325840/juergen-klopp-der-retter-des-dfb...

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Einst wart ihr Affen, und auch jetzt noch ist der Mensch mehr Affe, als irgend ein Affe. (Friedrich Wilhelm Nietzsche)


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