Erschreckende Zahlen .... (BORUSSEN)

Vengo, Donnerstag, 16.04.2026, 17:37 ( vor 3 Stunden, 56 Minuten ) @ Kulik

Der deutsche Fußball bringt zu wenig Profispieler hervor. Das ist das Ergebnis einer vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) finanzierten internationalen Langzeitstudie zum Jugendfußball.

Die Studie hat unter anderem ergeben, dass Deutschland im Vergleich der zwölf untersuchten Länder mit 0,95 auf eine Million Einwohner die wenigsten Profispieler hervorbringt. Spitzenreiter dieses Rankings ist Portugal mit 5,93 Spielern. Eine Zahl erschreckt besonders: Bei 56 deutschen Nachwuchsleistungszentren liege die Wahrscheinlichkeit für einen zwölfjährigen Jugendspieler, später Profifußballer zu werden, bei höchstens 0,1 Prozent, ließ der DFB verlauten. Der Profitraum für deutsche Talente – fast schon ein Ding der Unmöglichkeit.

„Sukzessive schlechter geworden“

„Wir sind in den letzten Jahren sukzessive schlechter geworden was die Anzahl der Spitzenspieler angeht“, sagte Professor Ralf Lanwehr in der sportstudio reportage „Keine Talente, keine Titel“. Landwehr arbeitet gemeinsam mit dem ehemaligen Bremer Bundestrainer Alexander Nouri an der Langzeitstudie. „Wir haben festgestellt, dass andere Länder deutlich mehr Karrierepfade anbieten, um den Spielern auf dem Level, auf dem sie gefördert werden müssen, mehr Spielzeit zu geben“, sagt Nouri. Andere europäische Länder schneiden in der Durchlässigkeit von Nachwuchsspielern um bis zu 400 Prozent besser ab – eine besorgniserregende Zahl.

Als eines der Probleme in Deutschland wurde die 3. Liga ausgemacht. Für Nouri ist es eine „Verdrängungsliga“. Viele Vereine dort würden ums Überleben kämpfen und dabei lieber auf erfahrene Spieler setzen, statt junge zu entwickeln. Von einer – wie einst angedachten – Ausbildungsliga sei nicht mehr viel Übrig. Deutsche U21-Profis spulen im Verhältnis zu England oder Frankreich viel weniger Einsatzminuten ab. „Mir wird angst und bange, wenn ich an die nächsten zehn Jahre denke. Wir müssen es wirtschaftlich lösen“, warnt Manfred Schwabl, Präsident der Spvgg Unterhaching. Und weiter: „Wenn man Milliarden umdreht im Fußball und nicht ein Prozent für den deutschen Nachwuchs da ist, brauchen wir uns nicht wundern, dass nichts vorwärtsgeht und wir der Musik europäisch hinterherlaufen.“

Zwei Jahre alt, von 2024, alles hier.

Es ist also auch ein explizit deutsches Problem.


gesamter Thread: