Kaderanalyse, Fehleranalyse (BORUSSEN)

Kulik, Montag, 23.02.2026, 09:05 ( vor 11 Stunden, 51 Minuten ) @ Bolten

...im Moment dreht sich alles um die Frage, was ein neuer Trainer anstelle von Polanski reissen würde. Kein Favre-Jahrhundertcoup ist damit gemeint - sondern die übliche Trainergilde von Labaddia über Funkel bis Breitenreiter, Gisdol usw.

Ich glaube auch, dass Polanski als Trainer nah an dem ist, was er als Spieler gewesen ist: Ein Arbeiter, aber keiner für die große Finesse.

Aber wenn man sich jetzt so den Kader ansieht: Ist der wirklich so viel besser, als der der Konkurrenz? Wir haben, glaube ich, einfach keine guten Kicker mehr...und wenn man die sich im Einzelnen ansieht, kann man m.E. zu keinem anderen Schluss kommen.
Nicolas ist noch die Megausnahme - wer hätte ihm das zugetraut bei seiner bisherigen Vita? Auch Elvedi gehört zumeist wie auch Diks zu den Spielern, die vermutlich auch bei Top10-Vereinen auf ihre Einsatzzeiten kommen würden.

Aber nur um mal Scally als einen der Prototypen des typischen Gladbach-Stammspielers der letzten Jahre zu nehmen: In Freiburg hat er gleich am Anfang eine Flanke unbedrängt 20 Meter hinters Tor geschlagen - wer kann sich in all den Jahren an eine einzige (!) gut getimte Flanke von ihm erinnern? Da ich davon ausgehe, dass alle seine bisherigen Coaches ihren Trainerschein abgeben können, wenn sie ihn nicht nach jedem Training 300 Flanken schlagen lassen - und dieses Ergebnis dabei rauskommt - sage ich, dass das einfach nicht reicht, um den großen Unterschied zu den Außenverteidigern von Heidenheim, Pauli usw. zu machen.

Sander und Engelhardt waren in der zweiten Liga Leistungsträger, aber noch nie dauerhaft bei einem Bundesligisten. Und es macht auch einen Unterschied, ob du als junger Spieler wie Asllani da für Furore gesorgt hast - oder wie Sander eher im reiferen Alter in die 1.Liga kommst, weil da vorher schlicht kein anderer Verein das große Potential gesehen hat.

Unsere 10er Stöger, Neuhaus, Reyna sind alles Spieler, die wie aus der Zeit gefallen wirken, wenn man sich den dynamischen Fußball dieser Tage ansieht.
Ullrich ist noch jung, deswegen kann das noch was werden, aber uns hätte ein Bernardo als LV in dieser Saison trotzdem sicherlich besser zu Gesichte gestanden als das, was Netz & Ullrich da abgeliefert haben.

Honorat, seit Jahren als „der Unterschiedsspieler" bei uns bezeichnet, ist ehrlicherweise vor allem ein Geradeausläufer, der exzellent flanken kann, wenn er in Topform ist. Aber sonst ist er schon auch sehr limitiert in seinen Skills.

Und unsere „Lebensversicherung" Tabakovic ist ein Stürmer, der in Hoffenheim nur spielen würde, wenn sechs Mittelstürmer-Kandidaten ausfallen würden.

Ich glaube wirklich, dass wir einen Kader haben, mit dem man nur gegen den Abstieg spielen kann. Auch die Verletzung von Kleindienst lasse ich da nicht als die große Ausrede gelten: Erstens fallen bei jedem Verein wichtige Spieler über längere Zeiträume aus. Und zweitens: Wieviele Tore mehr als die 11 von Haris hätte Tim denn diese Saison bis jetzt schießen müssen, damit wir deutlich besser dastehen würden?

Zum Thema „Fehler": Hätte in der Winterpause nichts gebracht, sich über Eberl und Rose und Virkus und Seoane usw. zu echauffieren. Vergossene Milch. Aber hätte man in Anbetracht dieses schwachen Kaders nicht mehr machen müssen als Bolin, Takai und Marco zu holen?

Entweder, Stegmann wollte keinesfalls ins finanzielle Risiko gehen und hat Schröder einfach keine Mittel zur Verfügung gestellt. Was in Anbetracht eines möglichen Abstiegs eine auch kaufmännisch komplette Fehlentscheidung gewesen wäre.
Oder Schröder findet den Kader einfach so gut, dass er meint, mit Sarco und Bolin haben wir genau die Spieler, die uns fehlen, um ein „noch gefährlicheres" Offensivspiel aufzuziehen...

Beides - sowohl die These zu Stegemann als auch die zu Schröder - wären gravierende Fehleinschätzungen, die das „nach Virkus wird jetzt endlich alles besser"-Gefühl ziemlich eintrüben.


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