"Papier ist geduldig" ... (BORUSSEN)

Vengo, Samstag, 10.01.2026, 12:09 ( vor 21 Stunden, 27 Minuten ) @ Speedrich

Nicht bei RTL gefunden, aber bei N-TV:

Nach den ersten 15 Spieltagen thront Borussia Mönchengladbach mit 5055 Einsatzminuten ihrer eigens ausgebildeten Spieler in dieser Statistik an der Spitze der Bundesliga. Nico Elvedi, Rocco Reitz oder der US-Amerikaner Joe Scally tragen als Stammspieler dazu bei, dass die Fohlen-DNA auf dem Platz sichtbar ist.
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Leverkusen äußert sich nicht zu der Nullnummer, vom FC St. Pauli heißt es: "Wir müssen auch der Situation Rechnung tragen, dass wir in der Bundesliga als vergleichsweise kleiner Verein ausschließlich um den Klassenerhalt spielen. Diese Drucksituation macht es für die Spieler schwerer, unbelastet Erfahrungen sammeln und Fehler machen zu können, als bei einem Klub, der regelmäßig Erfolgserlebnisse verzeichnen und sich des Klassenerhalts relativ sicher sein kann."
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Es ist für die Klubs zu leicht, Nachwuchsspieler aus den U-Mannschaften kurzerhand mit einem Lizenzspielervertrag (rund 4100 Euro Bruttomonatsgehalt) auszustatten, nur um die Regel zu erfüllen. Oft sind die Teenager dann zwar offiziell Profis, werden aber nie Teil des Spieltagskaders sein, manchmal trainieren sie nicht mal mit der ersten Mannschaft.
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Die Zeiten, in denen früher noch Busfahrer oder Physiotherapeuten als "local player" hergehalten haben, sind zwar vorbei und trotzdem ist der Hintergedanke derselbe: Hauptsache, auf dem Papier stehen vier eigens ausgebildete Profis.
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Eine weitere Krux, die es einigen Vereinen ermöglicht, die Regel kreativ zu "umdribbeln", ist: Es gibt seitens der DFL keine Obergrenze für die sogenannte Spielberechtigungsliste. In dieser müssen die Bundesligaklubs zweimal im Jahr ihr gesamtes "Spielermaterial" an die DFL melden. Theoretisch können dort 50 Spieler draufstehen. Spieler, die zwar nie zum Einsatz kommen, im Zweifel jedoch glücklich sind. Sie erfüllen dann die "Local-player-Regel".
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Auch die fehlende Altersgrenze in der "Local-player-Regelung" wird diskutiert, denn eigentlich wurde sie 2006 eingeführt, um mehr eigene Talente zu entwickeln. Der ehemalige US-Nationalspieler Timothy Chandler ist beispielsweise ein selbst ausgebildeter Spieler von Eintracht Frankfurt, aber mit 35 Jahren am anderen Ende der Karriere.
Joti Chatzialexiou, Sportvorstand des 1. FC Nürnberg und langjähriger sportlicher Leiter der Nationalmannschaften des DFB, kennt sowohl die Belange der Vereine als auch die des Verbandes und sieht die Entwicklung kritisch: "In der 'Local-player-Regelung' gibt es keine Altersgrenze, so können auch 38-Jährige mit einem günstigen Vertrag registriert werden. Eine Anpassung auf mindestens zwei Spieler, die unter 23 sein müssen, würde dem deutschen Fußball mehr helfen als die aktuelle Regelung", so der 49-Jährige.
Die DFL wollte sich auf Anfrage nicht konkret zur Anpassung der Regel äußern. Hinter den Kulissen wird jedoch intensiv diskutiert, wie man in Deutschland mehr Talente in den Profifußball integriert.
Die "Local-player-Regelung" gilt als ein Baustein für die Nachwuchsförderung und führt, das zeigen die Daten von ntv.de und sport.de, nicht konsequent zum Ziel. Weitere Elemente wie Nachwuchsleistungszentren, Übergangstrainer zwischen Jugend- und Profibereich sowie die neu strukturierten Nachwuchsliga bilden andere wichtige Bausteine. Die Einsatzminuten der eigens ausgebildeten Talente im Spitzenbereich sind insgesamt zu gering, um mehr Spieler wie Thomas Müller - auch für die DFB-Mannschaft von Julian Nagelsmann - zu entwickeln. Denn einer wie Thomas Müller spielt immer.

So eine Tabelle ist also schon mit Vorsicht zu genießen. Trotzdem natürlich schön, auch mal Spitzenreiter zu sein 😉


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